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Thalia Casar

Begonnen von Frau Hölle, 11. März 2008, 13:31:21

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Frau Hölle


Sanft prasselte der Regen auf die Dächer. Den ganzen Tag über regnete es schon. Thalia  schlich sich bedacht um die Pfützen herum, zwischen den eng aneinander gebauten Häusern Jhelom's hindurch. Ihr Blick ging nervös gen Himmel. Schon wieder würde sie nicht vor Anbruch der Dunkelheit ihr Vaterhaus erreichen. Kurz fluchte sie auf, als sie, wegen ihres nach oben gerichteten Blickes, in eine der Pfützen trat.
Einige Wegkreuzungen hatte sie überquert, als sie ruckartig in eine dunkle Gasse gezogen und gegen die moderige Hauswand gedrückt wurde. Rasch zückte sie ein Messer und hielt es dem Rüpel an die Kehle, welcher daraufhin in seiner Bewegung einfror. Ihre Miene verfinsterte sich, als sie den Mann vor sich wieder erkannte. Die Klinge weiter an seiner Kehle harrend, ging sie mit ihrem Kopf näher an sein Ohr. Sie verzog das Gesicht, als der widerliche Körpergeruch des Kerls in ihre Nase drang. Einige Worte flüsterte sie ihm zu,  besänftigte ihn solange mit zarten Strichen ihres Handrückens über seine Wange,  bis sie ihn mit Hilfe des Messers von sich stieß und ihren Weg eilig fortsetzte.
Draußen war es, wie erwartet, schon dunkel und leise öffnete Thalia die Tür zu ihrem Elternhaus. Noch bevor sie die Türe schließen konnte, schoss etwas, an ihrem Ohr vorbei, in die Holzwand hinter ihr. Sie ließ die Tür ins Schloss fallen und schaute sich zeitgleich zur Seite um. Ein Beil steckte, noch wackelnd, in der Wand. Mit einem Ruck zog sie es heraus und hielt es dem Vater, der einige Schritte weiter vor ihr stand, hin. Dass er wild auf sie einredete, schien sie nicht zu bemerken. Müde ließ sie sich auf ihren Schlafplatz fallen und starrte die Decke an. Als der Vater begann, sie an den Schultern zu greifen und heftig zu schütteln, .schloss sie die Augen.

Sie wälzte sich umher, versuchte auszuholen und ihn mit einem Hieb zu treffen, bis sie merkte, dass das Rütteln des Vaters weniger wurde, auch die Unterlage auf der sie lag, veränderte sich. Sie wurde weicher und wärmer. Alles wurde wärmer und roch auch ganz anders. Sie schlug die Augen auf. In einem kleinen Zimmer, unordentlich aber gemütlich, fand sie sich wieder. Geträumt hatte sie. Nichts weiter. Tief atmete sie aus und richtete sich im Bett auf.
Es sei vorbei, sagte sie immer wieder. Sie war in Britain und hatte nur schlecht geschlafen. Jhelom gab es nicht mehr. Der Dämon, ja, der Dämon hatte die Insel dem Tode geweiht und all ihre Bewohner mit ihr. Bis auf die, die mit ihr mit dem Schiff nach Britain flüchteten. Sie erinnerte sich noch, wie stickig und moderig es in dem Fass war, in dem sie die lange Fährfahrt hinter sich gebracht hat.
Mit einem Ruck stand sie in dem kleinen Zimmer. Schaute sich um. Alles war da wo sie es zurück gelassen hatte. Sehr gut. Blind griff sie zu ihrer Linken, wo Hut und Hüftgürtel liegen sollten. Beides packte sie. Der Hut saß schnell auf dem Kopf und der Gürtel war samt Messer umgeschnallt.
Eben schnell benachrichtige sie den Kerl, der sie am gestrigen Tage angeheuert hatte, seine Frau zu beschatten. Jene war am Vorabend im Hause eines Anderen verschwunden und man konnte durch eine Fensterluke lautes Lachen und Rumgeplänkel vernehmen. Wütend drückte ihr der Mann einen Batzen Gold in die Hand und bedankte sich. Schnell machte sie sich auf den Weg. Der Gang zwischen den engen Häusergassen war ihr immer noch der Liebste. Zu groß war die Gefahr, dass die, denen sie noch Gold schuldete, sie erwischen und ihr das gerade eben erworbene Gold streitig machen würden.
Wieder in ihrem Zimmer angelangt, griff sie nach ihren Arbeitswerkzeugen und machte sich auf in den Wald. Das Holzen hatte sie hier in Britain für sich gefunden. Es tat ihr gut, all ihre Kraft in das Fällen eines Baumes zu geben und nebenher gab es auch noch gutes Gold.

So lebt und arbeitet sie fortan. Noch weiss sie nicht, wie ihr geschehen wird und dass das Schicksal etwas Ungeahntes mit ihr vorhat. Aber all zu lange wird sie nicht mehr warten müssen, bis sie ihre Bestimmung wahrnehmen kann.