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Autor Thema: Ylanor Xystor - Ein Schatten der Zeit  (Gelesen 1700 mal)
Yaso
Seer
***

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« am: 28. März 2014, 22:19:31 »

(OOC: Ich komme nur langsam an der relativ umfangreichen Chargeschichte voran, so dass ich die nach und nach ergänze.)

- Kindheit/Geburt
   Es war ein friedlicher Sommertag, als sein erster Schrei durch die Tiefen des Waldes hallt,
   in denen das Anwesen der Familie Dragbar steht. Voller Stolz blicken die Eltern auf ihr einziges Kind, von dem sehnsüchtig erwartet wird, das es             
   in die Fußstapfen seiner Eltern tritt.
   Das riesige Anwesen steht inmitten eines verwilderten, kaum erforschten und noch viel
   weniger bewohnten Waldgebietes.
   Nur selten kommen Besucher aus der nächstgelegenen Stadt.
   Die Wenigen, die sich auf das Anwesen begeben, sind meist verzweifelt auf der Suche
   nach Antworten, wo die hiesigen Heiler und Gelehrten versagten.
   Das große Wissen der Familie, das über Generationen hinweg weiter gegeben wurde,
   umfasst nicht nur wissenswertes um die Natur und ihren Geheimnissen, sondern vor allem
   die Studien der Magie. So war es kaum verwunderlich, dass ihr Sprössling eine hohe
   Begabung für die Magie an den Tag legte.
   Einsamkeit und das Fehlen von Geschwistern und Freunden und gar fehlenden Ausflügen in
   die Städte des Reiches ließen den jungen Ylanor nichts vermissen, das er nicht kannte.
   Das Band zu seinen Eltern wurde dadurch immer stärker.
   
   Wenn er nicht mit den Studien der Magie beschäftigt war, gab er sich den Lehren der Viere
   hin. „Die Lehren der Viere halten deine Seele gesund.“ bekam er immer wieder zu hören,
   wenn er mal wieder versuchte sich vor dem Studieren der Schriften zu drücken.
   Doch je älter er wurde, desto weiter entfernte er sich von den religiösen Schriften und befasste sich immer mehr mit der Magie.
   Es dauerte nicht lange, bis auch seinen Eltern seine hohe Begabung und sein Eifer auffielen.
   Und so vergingen viele Jahre.

- Der Weg zur Dunkelheit
   Der Winter brach allmählich herein, das spürte man nicht nur am frischer werdenden Wind, sondern auch an den zunehmenden Pilgern.
   Die Gebrechen der Menschen wurden wieder zahlreicher.
   So wurde auch Ylanor mehr eingebunden, um den Andrang zu bewältigen.
   Bis der erste Schnee fällt, wird das Heranströmen der Kranken und Paranoiden nicht weniger.

   Wieder kommt ein Neuer. Diesmal scheinbar ein Bettler, der sich kaum noch auf den Beinen halten kann.
   Ylanors Mutter Lara rennt auch gleich zu ihm, um ihn zu stützen.
   Sein Vater Johan ist nicht weit hinter ihr und führt eine Decke mit sich.
   Direkt darauf rutscht Johan weg und landet erschrocken auf seinem Hintern.
   Seine weit aufgerissenen Augen lassen den Schrecken erkennen, der seinen Körper durchzieht, als er das Messer erblickt,
   das der fremde Bettler seiner Frau auf einmal an den Hals hält.
   Die Decke fällt zu Boden, Johan richtet sich rasch wieder auf.
   Er macht einen Schritt auf seine Frau zu, die Rechte nach ihr ausgestreckt.
   In dem Moment schnellen zwei weitere Gestalten aus dem Gebüsch.
   Einer von beiden holt beim Herausspringen so gleich mit einer massiven hölzernen Keule aus, die ihn direkt am Kopf trifft.
   Der panische Schrei Laras hallt weit umher, so manchem mag er tief unter die Haut fahren.
   Johan fällt regungslos zu Boden, überall nur Blut.

   Ein ruckartiges Zucken reißt Ylanor aus seiner Konzentration.
   Wie tausend Nadelstiche trifft der Schrei sein Herz, die Atmung wird schneller, hastig hechtet er an das nächste Fenster.
   Seine Augen weiten sich, als er seinen Vater regungslos am Boden liegen sieht und seine Mutter daneben in der Gewalt von drei fremden   
   Männern.
   Viel umfassen seine magischen Fähigkeiten noch nicht und er musste seinen Eltern versprechen sein Können niemals gegen Menschen 
   einzusetzen. Wie ein Stummfilm läuft die Szene vor ihm ab, wie seine Mutter zu Boden geschmissen wird und die Fremden an ihr zerren.
   Immer wieder gehen ihm die mahnenden Worte seines Vaters durch den Kopf.
   „Es ist nicht schwer dem Bösen zu verfallen, da reicht meist schon eine einzelne Tat.
   Eine Tat, die dir für alle Zeit dein Glück, deine Freude und deine Liebe nimmt.“
   Jedes Mal werden die Worte leiser, bis sie verstummen.
   In seinen Augen blitzt ein kurzes Funkeln auf, ein Knall wie beim Gewitter ertönt.
   Man sieht nur schwach wie er seine Lippen bewegt und kurz darauf außerhalb des Hauses
   steht, unmittelbar vor seiner Mutter und den drei Männern.
   Vom lauten Knall irritiert und erschrocken schrecken die Fremden auf.
   Als sie den jungen Ylanor vor sich sehen, bricht ein lautes Gelächter aus.
   Das Gelächter stört ihn jedoch nicht.
   Stattdessen wandert sein Blick weiter zu Lara, die mit schmerzverzerrten Blick am Boden
   liegt, sich mit einem arm stützt und zu ihm auf blickt.
   Blaue Flecken und blutige Schrammen zieren ihr Gesicht, ihr Blick von Tränen untermauert
   scheint das auszudrücken was ihre Lippen zittrig auszusprechen versuchen
   „Lauf Ylanor, lauf weg!“.
   Doch verstummt sie so gleich wieder, als sie die ausdruckslose Leere in den Augen ihres Sohnes erkennt.
   Dann richtet er seine Rechte auf einen der Männer, die sich in ihrem Gelächter gegenseitig aufwiegen.
   Erneut scheinen seine Lippen schwach ein paar Worte zu murmeln.
   Ein Zucken durchströmt seine Hand, sofort darauf folgt eine ruckartige Bewegung zur Seite.
   Einer der Männer, auf dem die Hand Ylanors gerichtet war, wird aus den Schuhen gerissen
   und gegen einen Baum an der Seite geschmettert. Regungslos sackt auch dieser zu Boden.
   Das Gelächter verstummt.
   Anfangs geschockt, von seiner Kraft überwältigt, betrachtet Ylanor seine Hände.
   Schon immer wollte er einen mächtigeren Zauber als immer nur die Heilzauber wirken.
   Kaum entsinnt er sich der Situation, sein Blick wandert auf, suchend nach seiner Mutter,
   vernimmt er aus dem Augenwinkel wie sich schnell etwas seinem Kopf nähert.

   Als er wieder aufwacht wandern als erstes seine Hände an den Kopf.
   Starke Schmerzen und auch etwas Blut.
   Links neben ihm liegt nach wie vor sein Vater, sein Brustkorb bewegt sich nicht.
   Zu seiner Rechten liegt seine Mutter, auch ihr Brustkorb bewegt sich nicht.
   Noch ein Stück weiter liegt einer der drei Fremden, auch er scheint tot.
   Von den anderen Beiden fehlt jede Spur.
   So richtet er sich auf und betrachtet seine Eltern.
   Stunden vergehen, das Sonnenlicht schwindet zusehend.
   Die Dunkelheit bricht ein und mit ihr ihre melodische Geräuschkulisse.
   Wie aus einem Bann findet er ruckartig wieder zu sich und realisiert erst jetzt
   wie viel Zeit vergangen sein muss.
   Die ganze Nacht ist Ylanor damit beschäftigt drei Gräber auszuholen.
   Erst beim Schimmern der ersten Sonnenstrahlen liegen die drei Toten begraben in
   den mühevoll ausgehobenen Gräbern.
   Erschöpft sinkt er zu Boden und erst jetzt wird ihm klar, dass die Nacht ihm den
   Schmerz genommen und seinen Kopf befreit hatte.
   Er vergoss nicht eine Träne.

   Nicht viel später tritt er aus seinem Elternhaus, auf dem Rücken einige Sachen gesattelt.
   Strammen Schrittes bewegt er sich den Weg vor dem Haus entlang, Flammen schießen
   aus den Fenstern und dem Dach empor.
   Mit jedem Schritt den er sich weiter entfernt, hüllen die Flammen  auch das letzte Überbleibsel
   seiner Vergangenheit in Vergessenheit.
   Vor ihm liegt eine lange Reise mit einem Ziel: Die Vergangenheit verdrängen und neu anfangen...

- Das schwarze Heer
   … ein Ziel, das er nach einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr zu erreichen glaubt.
   Seit 2 Jahren pilgert er bereits von Stadt zu Stadt, von Reich zu Reich, durch unzählbar viele Landen.
   Sein Leben ist seit jeher ohne jegliche Bedeutung, wie ein Tropfen in einem reißenden
   Fluss, selbst die Hoffnung hat ihn schon lange verlassen.
   Sein einziger Begleiter ist die Leere, die nach und nach die letzten Erinnerungsfunken
   seiner Vergangenheit erstickt. Wo führte ihn seine Reise hin? Wie sollte sein Leben weitergehen?
   Er hatte absolut keine Ahnung, er wusste nur, dass es da noch etwas anderes geben musste.
   Etwas, das nach ihm rief.

   Ein Schiff trägt ihn über einen weiteren Ozean. Die Nächte sind rau und lang.
   Nach einigen Wochen türmen sich am Horizont erste Landmassen auf.
   Die Reste der Besatzung zeigten so viel Enthusiasmus wie ihre halb toten Körper noch
   her gaben. Vor ihnen lagen die Landen Drakovias.
   Am Hafen einer rasant wachsenden Stadt namens Orestes setzt das Schiff an.
   Die ersten Schritte an Land sind unsicher, werden jedoch schnell fester und zielstrebiger.
   Als hätte er ein konkretes Ziel, bewegt er sich schnellen Schrittes durch die breiten Gassen der Stadt.
   Nur wenige Minuten später steht er vor einer großen Burg.
   Die Tore sind verschlossen.
   Sein Blick sucht eifrig nach einer Möglichkeit hinein zu kommen, da fällt ihm eine
   sonderbare Gestalt eine Gasse weiter auf, die ihn beobachtet.
   Ylanor beschließt ihr zu folgen.

   Er folgt ihr durch viele Gassen und Verwinkelungen, viele Minuten der Scharade
   eines Verfolgens und nicht entdeckt werden beginnen.
   Die sonderbare Gestalt scheint zu hinken, sich aber gekonnt fort zu bewegen, ihr Blick
   immer geradeaus gerichtet.
   Je tiefer er der Person in die ihm unbekannten Weiten der aufblühenden Hafenstadt
   folgt, desto flüssiger werden ihre Bewegungen, als würden sie sich auf eine die
   Gestalt nährende Quelle zu bewegen, auf ein Ziel.
   Ylanors Blick weicht nur selten von ihr, dennoch entgeht es ihm nicht, dass die übrigen
   Menschen auf die Gestalt nicht zu reagieren scheinen, viel mehr scheint sich diese
   erhaben an alles und jedem vorbei zu bewegen.
   Schwaches Gelächter hallt durch seinen Kopf, kaum wahrnehmbar.
   Die Schritte werden immer größer, er hat Mühe zu folgen.
   Nach einer Ecke hat er die Gestalt verloren.
   Wieder hallt Gelächter durch seinen Kopf, diesmal etwas lauter.
   Irritiert suchend wandert sein Blick umher.
   Wie ein Hauchen, ganz nah, vernimmt er von links ein geflüstertes
   Ylanooor.
   Erschrocken schreckt sein Blick zur Seite und fällt eine lange Gasse entlang.
   Weit hinten erkennt er wieder die dunkle Gestalt, die sich weiter schnellen Schrittes
   zielstrebig voran bewegt.
   Ihre Bewegungen werden immer eiliger als wäre sie kurz vorm Ziel.
   Hastig schließt Ylanor auf, seine Bemühungen nicht entdeckt zu werden hinten angestellt.
   Nach der nächsten Ecke steht er abrupt in einer kleinen dunklen Gasse, dessen
   Ende noch gerade erkennbar durch ein altes Mauerwerk markiert wird.
   Die Gestalt ist verschwunden.

   Kurz vor der Mauer liegt etwas, seine Neugier steigt, so dass er sich langsam darauf zu bewegt. Es ist eine aus mehreren Holzstücken 
   provisorisch zusammen gebastelte Krücke, die wahrscheinlich von der fremden Gestalt stammt.
   Wieder ertönt ein lautes Lachen, auch dieses wirkt ganz nah, worauf er aufschreckt und
   sein Blick suchend durch die gebrochene Dunkelheit der engen Gasse wandert.
   Er spürt eine Präsenz.
   In einer ruckartigen Bewegung dreht er sich um.
   Vor ihm türmt sich eine vermummte Gestalt auf.
   Ehrfürchtig und verängstigt wandert sein Blick an ihr hinauf.
   Nie zuvor hatte er so klare weiße Augen gesehen, die durch die Schatten der Gasse
   wie ein mahnendes Licht der Götter auf ihn nieder fahren.
   Kaum trifft ihn der Blick durchzieht ein schmerzendes Gelächter seinen Kopf.
   Diesmal viel tiefer, viel lauter, als hätte das Gelächter eine Reise durch sein Bewusstsein
   gemacht, um sich in dessen Tiefen festzusetzen.
   Nach und nach wird es immer schwächer, bis auf das Gelächter eine kurze aber klare
   Botschaft folgt.
   Ylanor, du hast dein Ziel erreicht!
   Stille.
   Viele Fragen schießen ihn durch den Kopf, seine Verwirrung wird noch größer.
   Welches Ziel? Während sein Kopf sich hebt und sein Blick suchend nach der Gestalt
   folgt, merkt er nicht, dass er die Frage lautstark heraus gerufen hat.
   Doch die Gestalt ist fort.

   Er blickt auf den in Sonnenlicht getränkten Hauptweg vor der Gasse, dessen Licht
   vom Schatten einer offensichtlich weiblichen Gestalt unterbrochen wird, die in Richtung
   Ylanor blickt.
   Geht es euch gut, braucht Ihr Hilfe?
   Sein Blick wird klarer, doch das Entsetzen in ihm ist noch in seinen Augen zu lesen.
   Die Fremde kommt näher und stellt sich mit dem Namen Shadera vor.
   Sie bietet ihm eine Bleibe.
   Ein ungewohntes Gefühl von Vertrauen wärmt seinen Körper als er ihr folgt.
   Sein Blick wandert noch ein paar Mal zurück, misstrauisch suchend nach einer dunklen
   Gestalt, nicht wissend wann und ob sie erneut auftauchen wird.
   Ihr Weg ist nicht sehr lang als Shadera vor ihm stehen bleibt und sich vor ihnen die von ihm
   so bewunderte Eisenfeste auftürmt, die ihn bei seiner Ankunft nicht los lies.
   Ihr seid am Ziel, Ylanor!
   Diese Worte ziehen ihn wie ein magischer Ruf in das Innere der Feste, die Stufen eines
   der Türme hinauf an eine massive Holztür.
   Das ist euer Zimmer.
   Willkommen beim schwarzen Heer, Ylanor.


Comming soon:

- Der Weg der Magie (Der Weg zur Perfektion)
- Diener des ZT (Das Mal und das Schwinden des letzten Lichtes)
- Das Element des Sandes (Und die Macht steigt...)
- Skara Brae (Machthunger und ein wenig Hoffnung)
- Die Vampire (Die Unsterblichkeit)
- Das 2. Ich
- Vom Element zur Rune (Die wahre Bestimmung)
« Letzte Änderung: 28. März 2014, 23:30:14 von Yaso » Gespeichert
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