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Autor Thema: Der Puls des Lebens  (Gelesen 1291 mal)
Ylenavei
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Chars: Ylenavei'rar Deihlana

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« am: 23. März 2015, 14:12:10 »

Wenngleich der Jahreszyklus sich einmal mehr dem Ende zuneigt und Pflanzen und Tiere sich auf die grosse Winterruhe vorbereiten, scheint ein Hauch von tiefgreifender Veränderung durch die Landschaft Drakovias zu streichen. Ausgehend vom Herzen der Wälder von Yew wandert ein Impuls durch die Lande, heilsam und belebend. Viele Tiere scheinen in ihren Wintervorbereitungen um so mehr beseelt, manche scheinen von der Last vergangener Schrecken befreit zu ihrem natürlichen Verhalten zurückzukehren. Verloren geglaubte Arten kehren zurück, und Waldläufer berichten gar von höchst seltenen Beobachtungen.

So langsam die Veränderung auch vor sich geht - Tag für Tag mag sich der Puls ein wenig weiter ausbreiten - so unaufhaltsam scheint sie zu sein. So weiss jeder Gelehrte zu bestätigen, dass die Natur sich nicht an Reichsgrenzen zu halten pflegt...
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Ylenavei
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Chars: Ylenavei'rar Deihlana

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« Antwort #1 am: 01. April 2015, 18:58:42 »

Als der Winter über Drakovia kam, sank die Stimmung in den Oberflächenkommandos der Drow auf einen Tiefpunkt. Waren mondhelle Nächte, und schlimmer noch: sonnenhelle Tage, an sich schon Strafe genug, machte der grelle Schnee, der in tückischer Stille vom Himmel zu fallen pflegte, den Aufenthalt in dieser beklemmend offenen Wildnis geradezu unerträglich. Wer hierhin strafversetzt wurde, dem musste Lloth wahrhaftig grollen.

An diesem Winteranfang war die Stimmung unter den Oberflächenwachen im Westen des Drow-Gebiets jedoch besonders angespannt. In einer kleinen Küstenfestung stationiert bewachte dort ein gutes halbes Dutzend Unglücklicher jene Landenge zwischen dem schrecklich grossen Wasser und den Steilklippen, welche den einzigen direkten Zugang von Drow-Land zu einem der gefährlichsten Landstriche der Oberfläche, den Wäldern von Yew, darstellte. Grausame, grünhäutige Kreaturen hausten dort, welche Bäume und Wasserströme götzengleich anbeteten und tödliche Pfeile oder tückische Zauber gegen jene sandten, die ihren Wald auch nur zu betreten wagten.

In diesen Tagen waren es allerdings nicht die Grünhäute, welche nur wenige hundert Schritt entfernt ihre Palisaden bewachten, die vermehrtes Unbehagen hervorriefen - nicht direkt. Vielmehr war es etwas kaum greifbares, aber ganz klar bedrohliches, was dort aus den Wäldern auf die Drow-Posten zuzukriechen schien. Ein Anzeichen dessen waren die gefiederten kleinen Flugwesen, die sich zahlreicher denn je herumtrieben und nur darauf zu warten schienen, auf Befehl ihrer grünhäutigen Herren aufzufliegen und ihre boshaft spitzen Schnäbel in die Augen der Wächter des Drow-Landes zu treiben...

So war sich der Laufbursche, welcher die Veränderungen nach Wind melden sollte, nicht sicher, wer ihn am meisten ängstigte: Die Grünhäute und ihre Ausgeburten der grünen Hölle, die unterirdische Stimmung seiner Vorgesetzten oder die Reaktion der Ilharess auf seine Meldung, bei welcher der Bursche nach wie vor nicht recht wusste, was er eigentlich melden sollte.
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